Ausführliche Zeittafel zu Rudolf Steiners Leben und Werk 1861—1925

1861           Am 25. oder 27. Februar Geburt von Rudolf Josef Lorenz Steiner im kroatisch-ungarischen Grenzort Kraljevec. Seine Eltern, Franziska und Johann Steiner (1834—1918 und 1829—1910), stammen aus Niederösterreich. Der Vater ist zunächst Telegraphist, dann Stationsvorsteher bei der österreichischen Südbahn.
1862 Umzug der Familie nach Mödling.
1863 Umzug der Familie nach Pottschach.
1864 Geburt der Schwester Leopoldine (1864—1927).
1866 Geburt des Bruders Gustav (1866—1941).
1869 Umzug der Familie nach Neudörfl auf der ungarischen Seite der Leitha.
1872 Eintritt in die Realschule (naturwissenschaftliches Gymnasium) in Wiener-Neustadt. Ab der 5. Klasse Erteilung von Nachhilfeunterricht.
1879 Abitur mit Auszeichnung. Entschließt sich für den Realschullehrer-Beruf. Übersiedlung nach Wien und ab Herbst Studium an der Technischen Hochschule: Mathematik, Chemie, Physik, Mineralogie, Zoologie, Botanik, Biologie, Geologie und Mechanik; daneben Besuch von Vorlesungen in Literatur und Geschichte. Gleichzeitig Vertiefung in die Philosophie, die er noch als Realschüler für sich entdeckt hat. Verdient sich seinen Lebensunterhalt mit Nachhilfestunden. — Mitgliedschaft im Studentenverein "Deutsche Lesehalle an der technischen Hochschule", zunächst als Bibliothekar, dann als Vorsitzender. Besuch von Parlamentsdebatten. — Bekanntschaft mit Karl Julius Schröer (1825—1900), Professor für deutsche Literatur an der technischen Hochschule und Goetheforscher
1882 Auf Empfehlung Schröers wird Steiner Herausgeber von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften in Joseph Kürschners "Deutscher National-Litteratur".
1883 Ablieferung des Manuskripts für den ersten Band von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften. Herbst: Reguläre Beendigung des Studiums nach acht Semestern; ein Abschluß ist für Lehramtskandidaten nicht vorgesehen.
1884 Tritt als Hauslehrer in die Wiener jüdische Kaufmannsfamilie Specht ein, wo er bis 1890 auch wohnt. Freundschaft mit dem Ehepaar Pauline Specht (1846—1916) und Ladislaus Specht (1834—1905). Betreuung der vier Knaben Richard (1870—1932), Otto (1873—1915), Arthur (1875—1940er Jahre) und Ernst (1878—1961). — Begegnungen mit Josef Breuer (1842—1925), dem Hausarzt der Familie und Wegbereiter der Psychoanalyse. — Der erste Band von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften in Kürschners "Deutscher National-Litteratur" erscheint. — Beginn der sechsjährigen Mitarbeit an "Kürschners Taschen-Konversations-Lexikon", später auch an "Kürschners Quart-Lexikon" und "Pierers Konversations-Lexikon" (Artikel zu Mineralogie, Geologie, Bergbau, Hüttenbau, und Naturwissenschaft allgemein)
1886 Erste Buchveröffentlichung: "Grundlinien einer Erkenntnistheorie derGoetheschen Weltanschauung mit besonderer Rücksicht auf Schiller". — Bekanntschaft mit der Dichterin Marie Eugenie delle Grazie (1864—1931); die Abhandlung: "Die Natur und unsere Ideale" erscheint im Selbstverlag.
1887 Band II von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften erscheint.
1888 Übernimmt Redaktion der Wiener Deutschen Wochenschrift (Anfang Januar bis Ende Juli); wöchentlich Berichte und Kommentare zu Politik und Kultur in Österreich-Ungarn. Vortrag im Wiener Goethe-Verein: "Goethe als Vater einer neuen Ästhetik". — In diesem oder dem nächsten Jahr Bekanntschaft mit Friedrich Eckstein (1861—1939), dem späteren Sekretär und Biografen von Anton Bruckner.
1889 Beginn der Beschäftigung mit Friedrich Nietzsche (1844—1900). Reisen unter anderem nach Budapest, nach Berlin, wo er den Philosophen Eduard von Hartmann (1842—1906) trifft, und nach Hermannstadt in Siebenbürgen. Erster Arbeitsaufenthalt am Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv, wohin er 1886 zur Mitarbeit an der Weimarer Goethe-Ausgabe (Sophien-Ausgabe) eingeladen wurde. — Im Winter 1889/1890 Bekanntschaft mit dem theosophischen Kreis um Marie Lang (1858—1934), wo auch Friedrich Eckstein verkehrt.
1890 Im Kreis um Marie Lang Bekanntschaft und bald Freundschaft mit der Schriftstellerin und Vorkämpferin für die Rechte der Frauen, Rosa Mayreder (1858—1938), mit der er bis 1913 im Briefwechsel steht, und die er auch später gelegentlich noch besucht. — Beendigung der Hauslehrerstelle bei der Familie Specht, mit der er brieflich in Kontakt bleibt; Ende September Übersiedlung nach Weimar und Arbeitsantritt im Goethe- und Schiller-Archiv. Herausgabe der Bände Morphologie, Mineralogie, Geologie, Meteorologie und Naturwissenschaft im Allgemeinen bis 1897 (Bd. 6, 7, 9—12).
1891 Band III von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften (in "Kürschners Deutscher National-Litteratur" erscheint. — Freundschaft mit der Dichterin Gabriele Reuter (1859—1941) und dem Maler Otto Fröhlich (1869—1940). Begegnung unter anderem mit Herman Grimm (1828—1901). — Promotion zum Dr. phil. in Rostock (26. Oktober) bei Prof. Heinrich von Stein mit einer Arbeit über "Die Grundfrage der Erkenntnistheorie mit besonderer Rücksicht auf Fichtes Wissenschaftslehre. Prolegomena zur Verständigung des philosophierenden Bewußtseins mit sich selbst".
1892 Die Dissertation erscheint unter dem Titel "Wahrheit und Wissenschaft. Vorspiel einer Philosophie der Freiheit" und ist Eduard von Hartmann gewidmet. — Zieht zu der verwitweten Anna Eunike (1853—1911) und ihren Kindern, die seine erste Lebensgefährtin wird. — Freundschaft mit Otto Erich Hartleben (1864—1905). — Rezensionen und Artikel.
1893 Zahlreiche Rezensionen und Artikel. Das erkenntnistheoretische Hauptwerk, "Die Philosophie der Freiheit" erscheint. - Bekanntschaft mit dem Stirner-Biografen John Henry Mackay (1864—1933).
1894 Bekanntschaft mit Ernst Haeckel (1834—1919) und Elisabeth Förster-Nietzsche (1846—1935), die Steiner als Mitherausgeber von Nietzsches Werken gewinnen will; erste Besuche im Nietzsche-Archiv. In der "Cotta’schen Bibliothek der Weltliteratur" erscheint 1894—1896 eine von Steiner herausgegebene zwölfbändige Werkausgabe Schopenhauers.
1895 Häufige Arbeits-Besuche im Nietzsche-Archiv. Die Monografie "Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit" erscheint.
1896 Begegnung mit dem kranken Nietzsche. Wird durch Elisabeth Förster Nietzsche in Intrigen um das Nietzsche-Archiv verwickelt. Beendigung der Tätigkeit im Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv.
1897 Das Buch "Goethes Weltanschauung" erscheint. Übersiedlung mit Anna Eunike nach Berlin, wo er ab 1. Juli die Herausgabe und Redaktion des Magazins für Litteratur übernimmt (der Form halber zusammen mit Otto Erich Hartleben). Dort und in anderen Zeitungen erscheinen in den folgenden Jahren zahlreiche Aufsätze zu literarischen und philosophischen Fragen sowie Theaterkritiken und Buchbesprechungen. Engagement und Vortragszyklen in der "Freien Literarischen Gesellschaft" (bis 1900). — Es erscheinen Band IV von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften (in "Kürschners Deutscher National-Litteratur" und in der "Cotta’schen Bibliothek der Weltliteratur" eine von Steiner herausgegebene achtbändige Jean-Paul-Werkauswahl.
1898 Redaktion der Dramaturgischen Blätter, des offiziellen Organs des Deutschen Bühnenvereins, als Beiblatt zum Magazin. Publizistischer Einsatz für Zola und Dreyfus. Freundschaft mit dem Dichter Ludwig Jacobowski (1868—1900). Vortragstätigkeit im Verband für Hochschulpädagogik (bis 1900). Lebt in großer Armut.
1899 Zahlreiche Abhandlungen, darunter "Der Egoismus in der Philosophie", "Haeckel und seine Gegner", "Goethes geheime Offenbarung". Wird als Lehrer an die von Wilhelm Liebknecht (1826—1900) gegründete Berliner Arbeiterbildungsschule geholt, wo er bis Ende 1904 Geschichte, Literatur, Rhetorik und naturwissenschaftliche Fächer unterrichtet. — Heirat mit Anna Eunike am 31. Oktober; Trauzeugen sind John Henry Mackay und Otto Bock. Begegnungen u. a. mit Else Lasker-Schüler (1869—1945), Peter Hille (1854—1904), Stefan Zweig (1881—1942), Käthe Kollwitz (1867—1945), Erich Mühsam (1878—1934), Paul Scheerbart (1863—1915), Frank Wedekind (1864—1918) sowie mit den "Friedrichshagenern", vor allem Bruno Wille (1860—1928) und Wilhelm Bölsche (1861—1939).
1900 Festrede zum Gutenberg-Jubiläum vor 7000 Setzern und Druckern. Vortragstätigkeit im neu gegründeten "Giordano Bruno-Bund" und im Literatenkreis "Die Kommenden", dessen Leitung Steiner nach Jacobowskis Tod übernimmt. Im September legt Steiner die Redaktion des Magazins für Litteratur nieder. — Auf Einladung von Gräfin und Graf Brockdorff (1848—1906, 1844—1921) Vortrag in der Theosophischen Bibliothek über den in diesem Jahr verstorbenen Nietzsche und über Goethes Märchen ("Und in diesem Vortrag wurde ich […] ganz esoterisch"). Im Winterhalbjahr hält er dort einen großen Vortragszyklus über die Mystik. Unter den Zuhörern ist auch Marie von Sivers (1867—1948). Der 1. Teil von "Welt- und Lebensanschauungen im 19. Jahrhundert" erscheint.
1901 Es erscheinen der 2. Teil von "Welt- und Lebensanschauungen im 19. Jahrhundert" und "Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens und ihr Verhältnis zur modernen Weltanschauung". Steiner, der fortwährend in finanzieller Armut lebt, wird durch monatliche Zuwendungen seines Jugendfreundes Moritz Zitter (1861—1921) und Rosa Mayreders unterstützt. Zitter bemüht sich fortwährend um eine gesicherte Existenzgrundlage für Steiner. — Veröffentlicht sieben Artikel gegen den Antisemitismus in den Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Vortragszyklus "Das Christentum als mystische Tatsache" in der Theosophischen Bibliothek. Marie von Sivers fragt ihn am 17. November, ob nicht eine christlich-abendländische Geistesbewegung notwendig wäre. "Die Frage war mir gestellt, und ich konnte, nach den geistigen Gesetzen, beginnen, auf eine solche Frage Antwort zu geben."
1902 Eröffnungsvortrag der Arbeiterbildungsschule in Spandau, zusammen mit Rosa Luxemburg (1870—1919). Steiner wird Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, Marie von Sivers seine engste Mitarbeiterin. Gemeinsame Reise zum Londoner Kongreß der europäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, wo er Annie Besant (1847—1933) begegnet, der Leiterin der Esoteric School und ab 1907 auch Präsidentin der Theosophical Society. Am 20./21. Oktober Gründungsversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Berlin, der etwa 100 Mitglieder angehören. Steiner wird Generalsekretär, betont aber von Anfang an, seinen eigenen, abendländisch-rosenkreuzerischen Weg zu lehren. Marie von Sivers hat in den folgenden Jahren maßgeblichen Anteil am Aufbau der Sektion. Während der Gründungsversammlung führt Steiner seinen Vortragskurs im Kreis der Kommenden fort. — Vortragskurse an der von Bruno Wille und Wilhelm Bölsche gegründeten "Freien Hochschule" (bis 1905). - Es erscheinen "Das Christentum als mystische Tatsache" sowie, von Steiner herausgegeben, eine Werkauswahl von Friedrich Schiller und "Uhlands Werke in drei Bänden". Unterricht in der jüdischen "Fortbildungsschule für Mädchen" von Anna Peltesohn. Erste Begegnung mit Ita Wegman (1876—1943).
1903 Steiner beendet seinen Vortragstätigkeit im Kreis der "Kommenden". Begründung, Herausgabe und Redaktion der Monatsschrift Lucifer, (ab 1904: Lucifer-Gnosis), in der grundlegende, später in Buchform herausgegebene Aufsatzfolgen erstmals erscheinen. Fortsetzung der intensiven Logenaufbau- und Vortragstätigkeit, vor allem in Berlin, Weimar, Köln und Hamburg. Im Herbst Beginn der öffentlichen Vortragsreihen im Berliner Architektenhaus, die bis 1918 jeweils im Winterhalbjahr gehalten werden. Im Sommer Reise nach London zur ersten Versammlung der Föderation Europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft, zusammen mit Marie von Sivers, mit der ihn nun eine tiefe Freundschaft verbindet.
1904 Weiter intensivierte Vortragstätigkeit in Deutschland und neu auch in der Schweiz (Zürich und Lugano). Reisen nach London und zum theosophischen Kongreß in Amsterdam. — In der Arbeiterbildungsschule versuchen marxistische Leiter Steiner gegen den Willen der Schüler zu entlassen, unterliegen aber in der Abstimmung mit 348 gegen 12 Stimmen). Offizielle Aufnahme der Lehrtätigkeit in der "Esoterischen Schule" ("Esoteric School of Theosophy"), einem inneren esoterischen Arbeitskreis. Es erscheinen das grundlegende Buch "Theosophie" und in Lucifer-Gnosis in Fortsetzung: "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?" und "Aus der Akasha-Chronik". Bekanntschaft u. a. mit Carl Unger (1878—1929) und Michael Bauer (1871—1929). Anna Steiner trennt sich im Frühjahr von ihm.
1905 Steiner beendet seine Lehrtätigkeit an der Arbeiterbildungsschule, im "Giordano-Bruno-Bund" und in der "Freien Hochschule". Mit Hilfe Marie von Sivers zunehmende Steigerung der Reise- und Vortragstätigkeit innerhalb der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Erste christologische Vorträge. In Lucifer-Gnosis beginnt in Fortsetzung "Die Stufen der höheren Erkenntnis" zu erscheinen. Herausgabe eines Bandes mit "Wielands Werken".
1906 Von Jahr zu Jahr sich steigernde Vortragstätigkeit. Einrichtung einer "erkenntniskultischen Abteilung" der "Esoterischen Schule". In Paris Bekanntschaft und Freundschaft mit dem theosophischen Schriftsteller Edouard Schuré (1841—1929), dessen Werk Marie von Sivers ins Deutsche übertragen hat. Bei dem Pariser Vortragszyklus "Kosmogonie" (in GA 94) sind auch die russischen Dichter Konstantin Balmont (1867—1942), Dmitrij Mereshkowskij (1865-1941) Sinaida Hippius (1869—1945), Nikolaj Minskij (1855—1937), Maximilian Woloschin (1877—1932) und seine Frau, Margarita Woloschina-Sabaschnikowa (1882—1973) anwesend. Jahresende in Venedig.
1907 Ungereimtheiten bei der Wahl von Annie Besant zur Präsidentin der "Theosophical Society" führen dazu, daß Steiner seine "Esoterische Schule" aus der theosophischen "Esoteric School" herauslöst. Vortragsreisen erstmals auch nach Österreich-Ungarn. Durchführung des Kongresses der europäischen Sektionen in München (18.—21. Mai), augenfällige künstlerische Gestaltung des Anlasses und Betonung des abendländischen Weges, was bei alten Mitgliedern auf Kritik stößt. Wachsende Distanz zur "Theosophical Society". In Lucifer-Gnosis erscheint "Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft".
1908 Erste mehrwöchige Vortragsreisen in die Niederlande und vor allem nach Skandinavien. Reise nach Neapel und Sizilien. Vertiefung der christologischen Themen (Johannesevangelium und Apokalypse). Die in den letzten Jahren unregelmäßig erschienene Zeitschrift Lucifer-Gnosis muß wegen übergroßer Arbeitsbelastung eingestellt werden. — Marie von Sivers gründet unter Mitarbeit von Johanna Mücke (1864—1949) in Berlin den Philosophisch-Theosophischen (später: Philosophisch-Anthroposophischen ) Verlag zur Herausgabe von Steiners Werk und beginnt mit dem Druck von Vortragsnachschriften.
1909 Ununterbrochene Vortragstätigkeit, im Herbst erstmals auch zum Thema "Anthroposophie" und zur Doppelgestalt des Bösen, Ahriman und Luzifer. Im theosophischen Hauptquartier, Adyar in Indien, "entdeckt" Charles Webster Leadbeater (1847—1934) im Knaben Jiddu Krishnamurti (1895—1986) den Träger des Maitreya Buddha, des "wiedererscheinenden Christus". — Bekanntschaft mit Christian Morgenstern (1871—1914), der Mitglied der Theosophischen Gesellschaft wird und Steiner bis zum Tod eng verbunden bleibt. Im Sommer Inszenierung von Schurés "Die Kinder des Luzifer" in München. "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?" erscheint als Buch.
1910 In zahlreichen Vorträgen beginnt Steiner vom Wiedererscheinen des Christus in der geistig-ätherischen Welt zu sprechen, womit er den Behauptungen von dessen physischer Wiederkunft entgegentritt. Tod des Vaters am 22. Januar. — Ausgedehnte Vortragsreisen von Skandinavien bis nach Neapel. Im Sommer in München Uraufführung seines ersten Mysteriendramas, "Die Pforte der Einweihung", das während der Probearbeiten geschrieben wird. Pläne, ein Zentrum für die Bewegung zu bauen. Veröffentlichung der Forschungsergebnisse zu kosmologischen und evolutionsgeschichtlichen Fragen in "Die Geheimwissenschaft im Umriß". Das Werk "Anthroposophie" bleibt Fragment.
1911 Teilnahme am 4. internationalen Philosophen-Kongreß in Bologna. Beeinträchtigung der Reisetätigkeit durch schwere Erkrankung Marie von Sivers’. Im Sommer in München Uraufführung des zweiten Mysteriendramas, "Die Prüfung der Seele". In Adyar wird für Krishnamurti der "Orden des Sterns des Ostens" gegründet und propagiert, was den erwarteten Bruch Steiners mit der Gesellschaft beschleunigt. — Christologische Vorträge. Intensive Studien zur Sinneslehre. Gründung des "Johannesbau-Vereins" in München. Das Vorhaben, in München-Schwabing zu bauen, scheitert in der Folge jedoch am Widerstand einiger Anlieger und der Behörden. In Prag Begegnung mit Franz Kafka (1883—1924) und Hugo Bergmann (1883—1975, erster Rektor der Hebräischen Universität in Jerusalem in den Jahren 1935—1938). — Anna Steiner, geborene Schultz, verwitwete Eunike, stirbt am 19. März. Begegnung mit Pfarrer Friedrich Rittelmeyer (1872—1938). "Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit" erscheint.
1912 Die Umtriebe der theosophischen Leitung gegen Steiner erreichen ihren Höhepunkt. Er entfaltet das Christus-Thema weiter. Begegnung mit dem russischen Symbolisten Andrej Belyj (1880—1934) und dessen Lebensgefährtin Assja Turgenjewa (1890—1966), die sich ihm anschließen. Uraufführung des dritten Mysteriendramas in München, "Der Hüter der Schwelle". Erster Kurs der neuen Bewegungskunst Eurythmie für Lory Smits (1883—1971). Am 2. Oktober erstmals mit Marie von Sivers in Dornach bei Basel auf dem Hügel, im Landhaus von Emil Großheintz (1867—1946), dem heutigen Sitz des Rudolf Steiner Archivs. Großheintz bietet ihm das Gelände für den Bau an. Am 28. Dezember unformelle Gründung der "Anthroposophischen Gesellschaft" in Berlin. Es erscheinen der "Kalender 1912/13" mit dem "Anthroposophischen Seelenkalender" und "Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen".
1913 Verleumdungen durch Annie Besant verunmöglichen eine weitere Zusammenarbeit. Am 3. Februar konstituierende Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft mit Marie von Sivers, Michael Bauer und Carl Unger im Vorstand. Steiner tritt der Gesellschaft, die auf über 3000 Mitglieder anwächst, nicht bei. Ausschluß der von ihm geleiteten deutschen Sektion aus der Theosophischen Gesellschaft. Nunmehr ist er in seinem Wirken nicht mehr gebunden. — Entscheid, den Johannesbau (das spätere Goetheanum) in Dornach zu errichten, wo am 20. September die Grundsteinlegung erfolgt. Im Sommer in München Uraufführung des vierten und letzten Mysteriendramas, "Der Seelen Erwachen". Erste Eurythmie-Aufführung. Durch Vermittlung Andrej Belyjs Begegnung mit Nikolaj Berdjajew (1874—1948). In Kristiania (Oslo) Vortragszyklus über "Das fünfte Evangelium". — Baubeginn in Dornach. "Die Schwelle der geistigen Welt" erscheint als Buch.
1914 Unter Rudolf Steiners Leitung und der Mitarbeit zahlreicher Künstler aus fast 20 Ländern nimmt das von ihm entworfenen Goetheanum in Dornach, ein plastisch-organisch in Holz gestalteter Doppelkuppelbau, rasch Gestalt an. Steiner beteiligt sich selber mit künstlerischen Arbeiten: Plastische Innen- und Außengestaltung (Entwürfe), Deckenmalereien (Entwürfe und teilweise Ausführung), Glasfenster (Entwürfe für die Motive) usw. Auch die entscheidenden statischen Berechnungen der Doppelkuppel werden durch ihn selbst ausgeführt. Die englische Künstlerin Edith Maryon (1872—1924) beginnt ihre Mitarbeit. In der Folge entstehen weitere von Steiner entworfene Zweck- und Wohnbauten (Glashaus, Heizhaus Haus Duldeck, Verlagshaus, Transformatorenhaus; später das Atelierhaus [Haus de Jaager] und weitere Wohnhäuser). Der Dornacher Hügel wird zur Anthroposophen-, aber auch Künstlerkolonie, in der sich auch zahlreiche russische Künstler ansiedeln, unter ihnen Assja Turgenieff, Andrej Belyj und Margarita Woloschina (1882—1973). Die Reise- und Vortragstätigkeit geht dennoch weiter. Tod Christian Morgensterns am 31. März, am Tag darauf Richtfest des Baus. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs stellt Steiner die Unterweisungen im Rahmen der "Esoterischen Schule" ein. Begegnungen mit Generaloberst Helmuth von Moltke (1848—1916). Eheschließung mit Marie von Sivers am 24. Dezember. Es erscheint "Die Rätsel der Philosophie in ihrer Geschichte als Umriß dargstellt", die erweiterte Fassung von "Welt- und Lebensanschauungen im 19. Jahrhundert".
1915 Intensive Arbeit am Dornacher Bau, während der Krieg die Reisetätigkeit einschränkt. Beginn der "Faust"-Inszenierungen und der Arbeit mit Edith Maryon an den Modellen zu einer neun Meter hohen Holzskulptur, "Der Menschheitsrepräsentant", die an zentraler Stelle im Goetheanum zu stehen kommen sollte. Vorträge zur Zeitgeschichte. "Gedanken während der Zeit des Krieges" wird publiziert.
1916 Beginn von Ausführungen zur Sinneslehre und menschenkundlichen Betrachtungen. Zahlreiche Vorträge über Kunst und Architektur, sowie zur Zeitgeschichte. Es erscheint "Vom Menschenrätsel".
1917 Beginn der Schnitzarbeiten am "Menschheitsrepräsentanten". Der Eintritt der USA in den Krieg, der bolschewistische Umsturz in Rußland und das geistige Vakuum in Mitteleuropa veranlassen Steiner, in Sorge um das Geschick Europas, auf Anfrage des bayerischen Reichsrates Otto Graf Lerchenfelds (1868—1938) die Ideen zur Dreigliederung des sozialen Organismus auszuarbeiten: Entflechtung des Einheitsstaates in die drei autonom zusammenwirkenden Bereiche Geistesleben, Rechtsleben, Wirtschaftsleben. — Unterredung mit deutschen und österreichischen Staatsrepräsentanten und Abfassung zweier Memoranden, in denen Perspektiven für eine soziale Neugestaltung entwickelt und an einflußreiche politische Persönlichkeiten vermittelt werden: Richard von Kühlmann (1873—1948), Staatssekretär des Äußeren, Prinz Max von Baden (1867—1929) und Kaiser Karl (1887—1922) von Österreich. Parallel dazu Entwicklung der Dreigliederung des menschlichen Organismus. — Es erscheint "Von Seelenrätseln", in denen Steiner seine Forschungsergebnisse über die Dreigliederung des menschlichen Organismus (Nerven-Sinnessystem, Rhythmisches System, Stoffwechsel-Gliedmaßensystem) darlegt.
1918 Gespräch mit Prinz Max von Baden über die Dreigliederung. Überarbeitung von "Die Philosophie der Freiheit", "Goethes Weltanschauung", "Theosophie" und "Die Geheimwissenschaft im Umriß", Durchsicht von "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?", "Die Rätsel der Philosophie" für Neuauflagen. Arbeit an der Holzplastik; Deckenmalerei in der kleinen Kuppel des Goetheanum. - Vortragszyklus "Geschichtliche Symptomatologie" (GA 185) zur anthroposophischen Geschichtsbetrachtung und zur Zeitgeschichte. Beschluß des Bauvereins am 3. November, den Bau "Goetheanum" zu nennen. Vorträge zur sozialen Problematik. Es erscheint "Goethes Geistesart in ihrer Offenbarung durch seinen Faust und durch das Märchen von der ‹Schlange und der Lilie›".
1919 Erste öffentliche Eurythmie-Darbietung unter der Leitung von Marie Steiner am 24. Februar im Pfauentheater in Zürich. - Steiner verfaßt einen "Aufruf an das deutsche Volk und die Kulturwelt", in dem zur Dreigliederung des sozialen Organismus aufgerufen wird und der im März in vielen Tageszeitungen und als Flugblatt erscheint. Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben ihn mit unterzeichnet, unter sehr vielen anderen der Oberbürgermeister von Stuttgart, Hermann Bahr (1863—1934), Hans Driesch (1867—1941), Hermann Hesse (1877—1962), Ernst Kreidolf (1863—1956), Wilhelm Lehmbruck (1881—1919), Paul Natorp (1854—1924), Jakob Wassermann (1873—1934). Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (1867—1919). Aus Zürcher Vorträgen geht das Buch "Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und der Zukunft" hervor, das innerhalb eines Jahres eine Auflage von 80000 erfährt. In Stuttgart und Umgebung entwickelt sich eine Dreigliederungsbewegung, Steiner spricht unermüdlich vor Vertretern der Arbeiterschaft, aber auch vor Unternehmern und in öffentlichen Vorträgen, beteiligt sich an Diskussionen und engagiert sich für die Schaffung von Betriebsräten. Es entsteht der "Bund für Dreigliederung" und ein Wochenblatt, Dreigliederung des sozialen Organismus, erscheint. Auf Initiative des Direktors der Zigarettenfabrik Waldorf-Astoria, Emil Molt (1876—1936), wird in Stuttgart unter der Leitung von Rudolf Steiner die Freie Waldorfschule als einheitliche Volks- und Höhere Schule gegründet und am 7. September eröffnet. Zahlreiche Kurse, in der die neue Pädagogik entwickelt wird.
1920 Wachsende Gegnerschaft durch die vermehrte Öffentlichkeit zwingt zu Richtigstellungen. Mitglieder ergreifen die Initiative zur Gründung von Wirtschaftsunternehmen, in Deutschland "Der Kommende Tag A.-G." mit dem Verlag "Der Kommende Tag", in der Schweiz die "Futurum AG". Die Führung erweist sich als den damit verbundenen Problemen schlecht gewachsen, so daß Steiner einen großen Teil seiner Arbeitskraft darauf verwenden muß. Zahlreiche öffentliche und Mitgliedervorträge und Zyklen, unter anderem über Kosmologie, sowie zunehmend Fachkurse für Wissenschaftler und Mediziner. Unterrichtsbesuche und Lehrerkonferenzen in Stuttgart. Weiterhin Einsatz für die Dreigliederung, wenn auch die Bewegung abflaut. An 26. September Eröffnungsfeier des noch nicht vollendeten Goetheanum anlässlich der ersten Hochschulkurse in Dornach. Es erscheint der Aufsatzband "In Ausführung der Dreigliederung des sozialen Organismus".
1921 Weiterführung der Fach- und Hochschulkurse, Lehrerkonferenzen, Mitglieder- und öffentlichen Vorträge. Schulungskurse für Redner der Dreigliederungsbewegung. — Kurs über Heileurythmie. Die Probleme innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft und die Aktivitäten der Gegner nehmen zu. Gründung der Monatszeitschrift Die Drei und der von Albert Steffen (1884—1963) redigierten Wochenschrift Das Goetheanum. In Arlesheim bei Dornach eröffnet die Ärztin Ita Wegman in Zusammenarbeit mit Steiner eine anthroposophische Klinik, das "Klinisch-therapeutische Institut". Einrichtung eines chemisch-pharmazeutischen Laboratoriums, wo in Zusammenarbeit mit Steiner die Herstellung von Heilmitteln entwickelt wird. Ein weiteres Klinisch-therapeutisches Institut mit Ambulatorium und Forschungsinstituten entsteht in Stuttgart. Für Theologiestudenten, die eine christlich-religiöse Erneuerungsbewegung anstreben, richtet Steiner Kurse ein.
1922 Die Anthroposophische Gesellschaft, die Weltoffenheit vermissen läßt, erweist sich als zu schwach, die anthroposophische Bewegung initiativ zu tragen. Die "Futurum AG" muß liquidiert, "Der Kommende Tag A.-G." stark verkleinert werden. — Steiner führt zwei große, durch die Konzertdirektion Wolff und Sachs organisierte Vortragsreisen durch Deutschland durch, wobei er bei der zweiten Störmanövern und tätlichen Angriffen rechtsgerichteter Gruppierungen ausgesetzt ist. Vortragsreisen u. a. nach Holland und England. — Im Juni großer anthroposophischer "West-Ost-Kongreß" in Wien, der in der Öffentlichkeit Resonanz findet. Kursus für künstlerische Sprachgestaltung, die im folgenden weiter ausgebaut wird. "Nationalökonomischer Kurs". Begründung der "Christengemeinschaft", einer selbständigen Bewegung für religiöse Erneuerung, für die Steiner den Kultus eingerichtet hat. Auf Wunsch jüngerer Anthroposophen hält Steiner einen "Pädagogischen Jugendkurs" (GA 217). Beginn der regelmäßigen Vorträge für die Arbeiter am Bau. In der Neujahrsnacht fällt das Goetheanum einer Brandstiftung zum Opfer.
1923 Die Vernichtung des Goetheanum trifft Rudolf Steiner schwer. Trotzdem wird die Arbeit — künstlerische Veranstaltungen und Vorträge - bereits an Neujahr in der Schreinerei in unmittelbarer Nähe der Brandruine unvermindert fortgeführt. In diesem und im kommenden Jahr steigert sich die Vortragstätigkeit unaufhörlich. Die Unzufriedenheit mit der "schläfrigen", zum Sektierertum neigenden Anthroposophischen Gesellschaft wächst. An der Delegiertentagung in Stuttgart schlägt Steiner neben der Anthroposophischen Gesellschaft die Gründung einer losen, freien Vereinigung vor. — Vorträge über den Zusammenhang mit den geistigen Hierarchien und über Naturerkennen und Jahreslauf. Als Schulungsgrundlage für Maler schafft er eine Folge von Pastellskizzen. Ausgedehnte Vortragsreisen. Kurse in Ilkley und Penmaenmawr, Großbritannien. Es werden anthroposophische Landesgesellschaften gegründet. Als am 10. November der Hitler-Ludendorff-Putschversuch in München bekannt wird, ordnet Steiner die Auflösung seiner Berliner Wohnung und den Umzug des Philosophisch-Anthroposophischen Verlags nach Dornach an. Beginnt im Dezember in der Zeitschrift Das Goetheanum in Fortsetzung seine Autobiografie, "Mein Lebensgang", zu veröffentlichen. — An der Weihnachtstagung gründet Steiner die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft mit rund 12000 in Landesgesellschaften organisierten Mitgliedern neu und übernimmt die Leitung persönlich. Die "Grundsteinlegung" erfolgt am 25. Dezember. Er ernennt den übrigen Vorstand - mit Albert Steffen, Marie Steiner, Ita Wegman, Elisabeth Vreede (1879—1943) und Guenther Wachsmuth (1893—1963) - und richtet die "Freie Hochschule für Geisteswissenschaft" ein.
1924 Am 1. Januar, zum Abschluß der Weihnachtstagung, gesundheitlicher Zusammenbruch, der Steiners ohnehin angegriffenen Organismus stark schwächt. Dennoch hält er den Abendvortrag. Anschließend Ärztekurs. - Wie in all den Jahren zuvor zahllose Gespräche mit Ratsuchenden, Konsultationen im Klinisch-therapeutischen Institut, Eurythmieraufführungen zu denen er alle Formen entwirft (insgesamt rund 1500). Im Nachrichtenblatt Was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht, das neu als Beiblatt zum Goetheanum erscheint, beginnt er mit dem Abdruck von Briefen "An die Mitglieder" und "Anthroposophischen Leitsätzen" (heute in GA 26). — Es entstehen Pastellskizzen und Aquarelle. Beginn der großen Zyklen der Karma-Vorträge (GA 235—240), mit denen er eine seiner ursprünglichsten und wichtigsten Aufgaben aufgreift. Das Modell für das zweite Goetheanum aus Beton wird fertiggestellt und die erste Hochschulklasse eingerichtet. — Kurse für Ton- und Lauteurythmie, Pädagogik, Medizin und Heilpädagogik. Reisen nach Stuttgart, Prag, Paris, Breslau, Jena, Arnheim und Torquay. In Koberwitz bei Breslau (Schlesien) hält er im Juni als Gast von Gräfin Johanna und Graf Carl Wilhelm von Keyserlingk (1879—1966 und 1869—1928) den "Landwirtschaftlichen Kurs", durch den die biologisch-dynamische Landwirtschaft - und damit die biologische Landwirtschaft überhaupt - begründet wird. In den letzten drei Wochen, bevor er am 28. September erstmals einen Vortrag - seinen letzten - frühzeitig beenden muß, hält er in Dornach rund 70 Vorträge in parallelen Kursen; daneben Sitzungen, persönliche Gespräche usw. Am 29. September zieht er sich in sein Atelier in der Schreinerei zurück, wo er, von einem zeitweise fast vollständigen, schmerzhaften Versagen seines Verdauungsorganismus geplagt, zunehmend ans Bett gefesselt wird.
1925 Bis zuletzt schreibt Rudolf Steiner am "Lebensgang" und den "Leitsätzen". Er bereitet "Die Geheimwissenschaft im Umriß" für eine Neuausgabe vor und beendet zusammen mit Ita Wegman das Buch "Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen", das noch im selben Jahr erscheint, ebenso wie die Buchausgabe von "Mein Lebensgang". Der Bau des zweiten Goetheanum wird begonnen.- Rudolf Steiner stirbt am 30. März gegen 10 Uhr vormittags.