Editionsgeschichte
Die Geschichte der Herausgabe von Rudolf Steiners Werken vollzog sich in drei Phasen. In einer ersten Phase traten die verschiedensten Verleger an Rudolf Steiner heran und veröffentlichten einige seiner grundlegenden Werke (1886 «Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung» im Verlag von Spemann, 1894 «Die Philosophie der Freiheit»bei Emil Felber, Berlin und Weimar, andere Grundwerke bei Max Altmann in Berlin).
In der zweiten Phase gründete Rudolf Steiners Mitarbeiterin Marie Steiner 1908 den «Philosophisch-Theosophischen Verlag» (später Philosophisch-Anthroposophischer Verlag»), in dem bis zum Tode Rudolf Steiners im Jahre 1925 seine Schriften und die Mitschriften seiner Vorträge erschienen (50 Vortragszyklen und einige Einzelvorträge).
Bis zu ihrem Tode im Jahre 1948 veröffentlichte Marie Steiner, der gemäss der von Rudolf Steiner getroffenen testamentarischen Verfügung die Herausgabe seiner Werke übertragen wurde, 500 Titel in dem von ihr geführten Verlag.
Die dritte Phase setzte 1943 mit der Begründung der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ein, der Marie Steiner die Herausgabe der Schriften und Vorträge Rudolf Steiners übertrug. Diese begann schon bald, das auf 350 Bände veranschlagte Gesamtwerk systematisch herauszugeben.
Waren es zu Beginn noch eine kleine Schar ehrenamtlich arbeitender Mitarbeiter, so wurde das Herausgeberteam zusehends zu einer professionellen Gruppe, welche die Gesamtausgabe als eine anspruchsvolle und dokumentierte Studien- und Werkausgabe weiterentwickelte.
Die komplexe Quellenlage des Werkes Rudolf Steiners brachte es mit sich, daß die Arbeit an den Editionsrichtlinien, die zur Zeit in eine neue Phase tritt, stets ein work in progress war.



