Zur Geschichte der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung
1943 | Begründung der „Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, Verein zur Verwaltung des literarischen und künstlerischen Nachlasses von Dr. Rudolf Steiner“, durch Marie Steiner. |
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1945 | Die Bekanntgabe der Begründung der Nachlassverwaltung führt zu heftigen Konflikten in der Anthroposophischen Gesellschaft. Weite Kreise der Gesellschaft um die Vorstandsmitglieder Albert Steffen und Günther Wachsmuth wollen die von Marie Steiner gegründete Rudolf Steiner Nachlassverwaltung nicht anerkennen und beanspruchen Rechte an Steiners Werk als angebliches Eigentum der Anthroposophischen Gesellschaft. Die Folge sind jahrzehntelange Zerrüttungen und Spaltungen der Anthroposophischen Gesellschaft, bis das Verhältnis zwischen der Gesellschaft und der Nachlassverwaltung wieder schrittweise einer Zusammenarbeit von unabhängigen Partnern weicht. |
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1948 | Am 28. Dezember stirbt Marie Steiner in Beatenberg, wo sie ihre letzten Lebensjahre verbracht hatte. |
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1949 | Die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung hat ihr Domizil im Gebäude der Rudolf Steiner Halde in Dornach, das Marie Steiner bewohnt und um Anbauten erweitert hatte. Der Verein setzt die Herausgabetätigkeit Marie Steiners, die Erhaltung des Nachlasses und die Verwaltung der Urheberrechte am Werk Rudolf Steiners fort. Der Aufbau eines Archivs beginnt. Die Werke Rudolf Steiners erscheinen zunächst im Selbstverlag der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung. |
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1952 | Das Obergericht Solothurn entscheidet unzweideutig, dass die Rechte am Werk und Nachlass Rudolf Steiners in Rechtsnachfolge Marie Steiners bei der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung liegen und weist die Ansprüche der Anthroposophischen Gesellschaft als unrechtmässig ab. |
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1955 | Die Nachlassverwaltung beginnt mit der Konzeption und Realisierung einer Gesamtausgabe der Werke Rudolf Steiners als Lese- und Studienausgabe. Aus der Erschliessung des Nachlasses Steiners entwickelt sich die vielleicht umfangreichste Buchausgabe eines Autors, der am Ende des 20. Jahrhunderts zu den am meisten übersetzten Schriftstellern deutscher Sprache gehören wird. |
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1961 | Die bibliographische Übersicht „Rudolf Steiner: Das literarische und künstlerische Werk“, besorgt von Hella Wiesberger und den Archiv-Mitarbeitern, wird publiziert. Nach langen Vorarbeiten ist damit ein in den Grundlinien bis heute gültiger Editionsplan sämtlicher Werke für die Rudolf Steiner Gesamtausgabe in über 350 Bänden vorhanden, der sich gliedert in die drei Hauptabteilungen A. Schriften, B. Vorträge und C. Das künstlerische Werk. |
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1972 | Mit den „Taschenbüchern aus dem Gesamtwerk“ beginnt der Rudolf Steiner Verlag mit einer Reihe von Taschenbuch-Ausgaben der Werke Steiners, die bald stark anwächst und mit der Zeit einen bedeutenden Teil der Gesamtausgabe auch in Form von preiswerten Taschenbüchern zugänglich macht. |
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1977 | Tod des anthroposophischen Arztes Dr. Hans Werner Zbinden (1899 - 1977), der seit den 50er Jahren den Vorstand der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung geleitet hatte. Gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Dr. Paul Jenny (1898 - 1971), ebenfalls langjähriges Vorstandsmitglied der Nachlassverwaltung, war H. W. Zbinden wesentlich für die Wahrung der Unabhängigkeit der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung in den Auseinandersetzungen mit der Anthroposophischen Gesellschaft eingetreten. |
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1980 | Durch den Erhalt eines Vermächtnis kann der Hirter-Heller-Fonds begründet werden, der es der Nachlassverwaltung in den nächsten Jahren ermöglicht, viele der vom Zerfall bedrohten malerischen Werke Steiners in möglichst hoher Qualität zu reproduzieren. |
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1988 | 300 Bände der auf ca. 350 Bände angelegten Gesamtausgabe (ohne Kunstreproduktionen) sind erschienen. Für noch ausstehende Bände müssen aufwendige Recherchier- und Dokumentationsarbeiten begonnen werden. Zudem werden die Mitarbeiter/innen des Archivs neben der Herausgabe und der Betreuung von Neuauflagen zunehmend auch von Anfragen, privaten und öffentlichen Auskünften, Betreuung von Forschungsarbeiten etc. in Anspruch genommen. |
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1992 | Beginn einer bis heute andauernden Reihe von Ausstellungen der Wandtafelzeichnungen Rudolf Steiners in verschiedenen Museen auf der ganzen Welt – u. a. in Köln, Frankfurt, München, Tokyo, New York, Zürich, Buenos Aires –, die weites Interesse erwecken und Rudolf Steiner vielerorts in neuem Licht als modernen Künstler zeigen. Im Rahmen der Veröffentlichung der Gesamtausgabe wurde 1989 mit der Edition von Reproduktionen sämtlicher Wandtafelzeichnungen Steiners in einer auf 28 Bände angelegten Reihe begonnen. |
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1994 | Der 1952 von Conrad Schachenmann und Justina Schachenmann-Teichert gegründete Verlag Die Pforte, der heutige Pforte Verlag, wird an den Rudolf Steiner Verlag der Nachlassverwaltung übertragen und seitdem als Edition für anthroposophische und geisteswissenschaftliche Literatur geführt. |
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1995 | Zur finanziellen Förderung der weiteren Arbeit des Rudolf Steiner Archivs, das weder Subventionen durch die öffentliche Hand noch regelmässige Beiträge von der Anthroposophischen Gesellschaft erhält, wird die „Internationale Fördergemeinschaft Rudolf Steiner Archiv“ gegründet. |
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2000 | Beginn einer systematischen elektronischen Erfassung sämtlicher Werke Steiners und weiterer Archiv-Materialien als Grundlage für einen digitalen Datenbestand des Archivs. |
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2002 | Neueröffnung des Rudolf Steiner Archivs im renovierten Haus Duldeck, das 1914/15 als Wohnhaus nach Entwürfen Steiners erbaut |
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Literaturhinweise:
Marie Steiner, Briefe und Dokumente, Privatdruck der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, hrg. von Hella Wiesberger, Dornach / Schweiz 1981.
Nachrichten der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, Heft Nr. 1 bis 5, 1949 – 1953.
Rudolf Steiner: Das literarische und künstlerische Werk. Eine bibliographische Übersicht 1961, hrg. von Hella Wiesberger und den Mitarbeitern in Archiv und Verlag, Dornach / Schweiz 1961. Zweite, neu bearbeitete und erweiterte Auflage 1984.
Rudolf Steiner Gesamtausgabe: Eine Dokumentation, hrg. von der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, Redaktion Walter Kugler, Dornach / Schweiz 1988.
